Wofür wir uns einsetzen


Wenn das Leben aus der Bahn gerät…

Für eine Frau in Kenia ist ein Kind mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung auf die Welt zu bringen, oft der Beginn einer Abwärts- und Armutsspirale. Am häufigsten wird bei den Kindern „Zerebralparese“ diagnostiziert. Das ist ein Überbegriff für eine Schädigung des Gehirns vor, während oder unmittelbar nach der Geburt. Die Auswirkungen? Unterschiedlich! Manche Kinder können Arme und Beine nicht gezielt bewegen, werden nie gehen oder greifen können. Andere haben eine geistige Entwicklungsstörung oder Probleme beim Sprechen. Auf jeden Fall benötigen diese Kinder von Geburt an eine intensive ärztliche Versorgung, Medikamente und Therapie, damit der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann. Viele betroffene Mütter in Kenia haben dafür jedoch keine Möglichkeiten. In einem Sozialstaat wie Österreich gibt es für betroffene Familien finanzielle Unterstützung und auch spezielle Betreuungs- und Therapieeinrichtungen werden vom Staat zur Verfügung gestellt. In Kenia gibt es das nicht – die Familien werden allein gelassen.

In manchen Volksgruppen bzw. in weniger gebildeten Schichten der Gesellschaft, wird daran geglaubt, dass die Mutter schuld ist, wenn ihr Kind eine Beeinträchtigung hat. Nicht selten kommt es vor, dass der Vater die Frau nach der Geburt verlässt und sich auch andere Familienmitglieder und Freunde von ihr abwenden. Das soziale Netz, das in Kenia gerade bei der Kinderbetreuung und Haushaltsführung eine große Rolle spielt, bekommt große Löcher und die betroffene Mutter muss ganz alleine für sich und ihr Kind sorgen. Betreuungsplätze für Kinder mit Beeinträchtigung sind kaum vorhanden und sehr teuer. Die Mutter steht also vor der Wahl, entweder das Kind alleine zu Hause zu lassen und arbeiten zu gehen, oder bei dem Kind zu bleiben. Sehr bald ist sie gezwungen, in eine billigere Wohnung zu ziehen und hat oft keinen anderen Ausweg als eine Slumgegend, wie es zum Beispiel Kibera ist.

Blick auf Kibera 2013

2,5 Millionen Menschen in Nairobi sind in einem Slum zu Hause, das sind 60 % der Einwohner auf rund 6 % der Fläche. Die „Standardgröße“ eines Hauses in Kibera ist ca. 16-20m² auf denen 8 oder mehr Menschen wohnen. In den Häusern sind weder Wasserleitungen noch Sanitäranlagen vorhanden. Wasser wird meist in Kanistern gekauft und öffentliche Toiletten und Duschmöglichkeiten stehen gegen Entgelt zur Verfügung. Aufgrund der Lebensumstände ist das Infektionsrisiko mit übertragbaren Krankheiten wie zum Beispiel Typhus oder Cholera sehr groß. Gerade Kinder mit Beeinträchtigung sind für solche Krankheiten sehr anfällig.

Die Child Destiny Foundation setzt genau an dieser Problematik an und hat mit der Eröffnung des Tageszentrums in Kibera den ersten Schritt in Richtung Besserung gesetzt.

Mercy und Japes – entspannen nach der Therapie 2017

Wagen wir einen Blick in die Zukunft

Um das Leben von Kindern mit Beeinträchtigung in Kenia nachhaltig zu verbessern, ist ein Umdenken in der Gesellschaft notwendig. Die Child Destiny Foundation macht sich dafür stark, dass Betroffene nicht mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und arbeitet aktiv an einer Verbesserung der sozialen und medizinischen Versorgungssituation von Kindern mit Beeinträchtigung.

Mit der Eröffnung unseres Tageszentrums haben wir schon einen großen Teil unseres ursprünglichen Ziels erreicht: Therapien, Tagesbetreuung, Nahrungsmittel und Spielmöglichkeiten für Kinder mit Beeinträchtigung an fünf Tagen in der Woche wurden schon geschaffen.

Um die Versorgung dieser Kinder noch weiter zu verbessern, möchten wir in Zukunft noch folgende Maßnahmen anbieten:

  • Ärztliche Versorgung und Medikamente
  • Schul- bzw. Bildungsmöglichkeiten
  • Ausbildung und weitere Arbeitsplätze für die Mütter