Masterstudie: Auszug aus den Fragebögen


Wie sieht es in Nairobi aktuell mit der Versorgung von Kindern mit Beeinträchtigung aus?

Aus der Sicht der Betreuungspersonen:

Wir fragen Betreuungspersonen von Kindern mit Beeinträchtigung, um diese Frage zu beantworten. Die Fragen sind sehr einfach formuliert und lassen sich meist mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten.

Neben allgemeinen Fragen (z.B.: Alter des Kindes, Wohnort,…) haben wir nach dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes gefragt (z.B.: Kann Ihr Kind ohne Hilfe sitzen? Spricht Ihr Kind?…). Ergänzend dazu, gibt es eine offene Frage, die nach den größten Herausforderungen für das Kind fragt.

Anschließend werden die Betreuungspersonen dazu aufgefordert, alle Institutionen zu nennen, die sie mit ihrem Kind besuchen und wie häufig sie diese in Anspruch nehmen.

Die weiteren Fragen beziehen sich auf die jeweilige Institution, in der die Studie durchgeführt wird:

  • Welche Leistungen bekommt Ihr Kind in dieser Organisation? – Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Schulbildung, Tagesbetreuung
  • Welche Leistungen erhalten Sie als Betreuungsperson zusätzlich? – Arbeitsmöglichkeit, soziale Unterstützung, finanzielle Unterstützung, Beratung, Selbsthilfegruppe
  • Wie viel müssen Sie in dieser Organisation zahlen?
  • Welche Unterstützung würden Sie außerdem benötigen?

Am Ende wird die allgemeine Situation dieser Familien und ihr Gefühl der Gesellschaftszugehörigkeit erhoben. Die Betreuungspersonen werden aufgefordert auf einer Skala von „Ich stimme sehr zu“ – bis „Ich stimme überhaupt nicht zu“ zu antworten. Beispiele für diese Sätze sind:

  • Meine Familie ist immer für mich da.
  • Ich finde jegliche Form der Unterstützung, die ich für mein Kind brauche, in der Nähe meiner Wohngegend.
  • Ich esse zumindest eine gekochte Mahlzeit am Tag.
  • Ich habe ein geregeltes Einkommen.

Aus der Sicht von MitarbeiterInnen:

SozialarbeiterInnen, TherapeutInnen oder auch ProjektmanagerInnen haben eine andere Perspektive, wenn es um die Probleme von Kinder mit Beeinträchtigung geht. Durch ihre Arbeit haben sie viel Erfahrung und können von einer größeren Personengruppe erzählen. Deswegen wurden diese Personen auch mit Hilfe eines Leitfadeninterviews befragt, um eine ausführlichere Antwort zu erhalten.

Zu Beginn werden Fragen zur Organisation gestellt (z.B.: Leistungsangebot, Anzahl und Ausbildung der MitarbeiterInnen,…) und die Rahmenbedingungen erläutert.

Danach wird nach besonderen Herausforderungen für Kinder mit Beeinträchtigung und deren Betreuungspersonen gefragt und welche Probleme dazu kommen, wenn diese Familie in einer Slumgegend wohnt.

Abschließend werden auch die MitarbeiterInnen nach der gesellschaftlichen Integration ihrer KlientInnen gefragt. Mit einer offenen und direkten Frageweise erhoffen wir uns hier konkrete Antworten zu Problemlagen, die von den Betroffenen vielleicht nicht kommen.

Claudia Patka

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