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Text von Annemarie Schlief

Das Thema mentale Gesundheit erlangt immer mehr an Aufmerksamkeit – das „Tabu“ wird schrittweise gebrochen. Umso offener das Thema „mental Health“ diskutiert wird, desto explizierter muss auch erwähnt werden, dass psychische Probleme nicht nur bei uns in den europäischen Breiten, sondern genauso in Entwicklungsländern eine Rolle im alltäglichen Leben der Menschen spielen. Eine dahingehende Infrastruktur an psychologischer Betreuung ist in Kenia jedoch weitaus weniger ausgebaut als bei uns – klar, wie auch? Es mangelt in Kibera, Kenias größtem Slum, ja schon an fließendem Wasser und gut begehbaren Wegen.

Die Child Destiny verbessert mit ihrem Tages- und Therapiezentrum das Leben von 50 Kindern (25, die im Tageszentrum betreut werden und 25, die zur Therapie kommen) und deren (alleinerziehenden) Müttern. Jetzt wollen wir mit einem Mental Health Center den nächsten Schritt setzen. Soziale Ausgrenzung (oft auch durch die eigene Familie), Doppelbelastungen durch Pflege des Kindes sowie Einkommenserwerb und Armutsgefährdung sind nur einige der vielen Belastungsfaktoren, die die Lebensrealität von Kindern mit Behinderung und deren Müttern widerspiegeln. In diesem Blogartikel kannst du nachlesen, wie der Alltag in Kenia mit einem Kind mit Behinderung aussieht.

Im Zuge unserer Vereinstätigkeit haben wir eine Menge an schlimmen Schicksalen miterlebt. In unglaublich vielen Situationen hätte der Einsatz einer Psychologin bzw. eines Psychologen die Lage frühzeitig entschärft und zumindest ein kleines Stück erträglicher gemacht. Einer der prägendsten Momente für viele Mütter aber auch für die betreuten Kinder war der durch Brustkrebs verursachte Tod unserer Gründerin und Visionärin Glorine. Vor allem für viele unserer (alleinerziehenden) Mütter war sie ein großes Vorbild und eine Stütze. Aber auch der Tod von drei unserer betreuten Kinder und einer Mutter hat tiefe Wunden in der Child Destiny Familie hinterlassen. Aufgrund des durch die Behinderung geschwächten Immunsystems sind viele der Kinder leichter auf Krankheiten und Infekte anfällig, die durch zu späte Behandlung schwere Folgen haben können.

Häusliche Gewalt und Alkoholabhängigkeit sind für viele der Mütter mit Kindern mit Behinderung leider an der Tagesordnung. Oftmals müssen sich die Frauen in Abhängigkeitsbeziehungen begeben, um das Leben mit einem Kind mit Behinderung finanziell stemmen zu können. Daraus resultiert hin und wieder der Abrutsch in die Alkoholsucht, die das Leben der Familien weiter erschwert. In vielen Fällen haben auch die Partner Probleme mit Alkohol und werden gegenüber den Frauen gewalttätig.

Mit unserem Mental Health Center wollen wir genau diesen Familien in Form von psychologischer Hilfe und Betreuung unter die Arme greifen – das schaffen wir jedoch nur mit deiner Spende! Im Garten des Tages- und Therapiezentrums wird gerade ein kleines Gebäude als Büro für eine Therapeutin oder einen Therapeuten umgebaut. Dort soll Beratung und Therapie vor allem für die (alleinerziehenden) Mütter angeboten werden.

Mit der Eröffnung einer psychologischen Beratungs- und Betreuungsstelle bieten wir Unterstützung und Begleitung bei psychischer Belastung sowie in akuten Krisensituationen. Um das Thema mentale Gesundheit aber auch in Kibera verstärkt in der Gesellschaft zu verankern, soll unsere Therapeutin bzw. unser Therapeut auch ein Konzept für Workshops und Schulungen an Schulen in der Nähe erarbeiten. Für deren Umsetzung bedarf es dann weiterer Therapeut*innen, die auf Honorarbasis hinzugezogen werden.

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